| X | ||||
| 1937 | ||||
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Hrsg.: Thomas Kellein Texte: Thomas Kellein, Roman Grabner, Jutta Hülsewig-Johnen, Felicitas von Richthofen; Künstlerbiografien von Matthias Albrecht, Cornelia Dernbach, Christiane Heuwinkel, Daniel Neugebauer Mit Gemälden und Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken und Fotografien von 200 Künstlerinnen und Künstlern führt uns die Kunsthalle Bielefeld in einer Ausstellung in die Zeit vor 70 Jahren zurück – in das Jahr 1937. Es ist das Jahr, in dem in München die Wanderausstellung „Entartete Kunst“ mit über hundert aus öffentlichen Sammlungen verbannten Künstlern eröffnet wurde. In der Sowjetunion wurde mit der „Entlarvung“ von „Spionen“ begonnen, nachdem auch Stalin die russische Avantgardekunst aus den Museen entfernt hatte. Nach dem Militärputsch General Francos 1936 rüstete sich auch Spanien gegen die Moderne, die Bombardierung Guernicas löste einen internationalen Schock aus. – In der Kunstgeschichte steht 1937 für den Beginn eines Alptraums der Plünderung und Zerstörung. Die Kunst wird aufgrund der erzwungenen Migration nahezu schlagartig international. Viele Künstler überdenken vor dem heraufziehenden Weltkrieg die Wirkung ihrer Formen. Die künstlerische Synopse stellt den trügerischen Perfektionsidealen des Nationalsozialismus, wie sie Arno Breker, Leni Riefenstahl und diverse faschistische Maler verkörpern, deutsche Künstlerpersönlichkeiten wie Max Beckmann gegenüber, die das „böse Erwachen“ darstellen. Einen Höhepunkt der Präsentation mit sehr bekannten, aber auch weniger bekannten Namen bildet der internationale Surrealismus mit Salvador Dalí, Max Ernst, René Magritte, Man Ray oder Joan Miró, die wie Pablo Picasso ihr Entsetzen über das Weltgeschehen zum Ausdruck brachten und dabei eindrucksvolle Kunstdenkmäler schufen. Zum Abschluss der Schau stimmen abstrakte und konstruktivistische Hauptwerke darauf ein, dass Demokratie und Frieden ohne Ausgleich und Balance kaum möglich sind. | ||||
| ISBN | 978 3 8030 3319 2 |
|---|---|
| Auflage | 1 |
| Autor | |
| Erscheinungsdatum | 2007 |
| X | ||||
| Al-Andalus Acht Jahrhunderte muslimischer Zivilisation in Spanien | ||||
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Mit dem Eindringen arabischer Armeen in Spanien im frühen 8. Jahrhundert begann eine fast 800 Jahre andauernde islamische Präsenz auf dem Boden der Iberischen Halbinsel. Mit der spanisch-muslimischen bzw. ‚andalusischen‘ Zivilisation, die sich nun hier entfaltete, verbinden sich bedeutende Errungenschaften des mittelalterlichen Islam: die Moschee in Córdoba, die Alhambra in Granada oder die Werke eines Averroes. Die Geschichte dieses Brückenlands zwischen Orient und Okzident fasziniert noch heute Abend- wie Morgenländer, die diese Kultur beide für sich beanspruchen. Vor allem die Epoche des umaiyadischen Kalifats wird gerne als ‚goldenes Zeitalter‘ überhöht, indem die Vertreter der drei monotheistischen Weltreligionen im Schatten der großen Werke der Antike, aber auch in den Gassen von Córdoba, Granada und Toledo harmonisch zusammenlebten und sich gegenseitig befruchteten. Der Autor zählt zu einer Reihe spanischer und französischer Historiker, die in jüngerer Zeit diesem Bild durch eine intensivierte Forschungsarbeit auf den Grund gehen. Er bietet hier eine reich illustrierte Gesamtschau der kulturell und künstlerisch so außerordentlich fruchtbaren spanisch-muslimischen Zivilisation und ihrer Beziehungen zur Welt des christlichen Mittelalters. Eine Kulturgeschichte des muslimischen Spanien, die uns diese Epoche in neuem – von den Fakten gestütztem – Licht entdecken lässt Eines der wichtigsten Nachschlagewerke zum Thema, nun auch in deutscher Sprache Aus dem Inhalt: al-Andalus als Provinz des Kalifats von Damaskus; die Krise Mitte des 8. Jahrhunderts; das umaiyadische Emirat; das umaiyadische Kalifat von Córdoba; die Taifa-Reiche; Almoraviden; Almohaden; die Reconquista des 13. Jahrhunderts; das Ende etc. Der Autor: Pierre Guichard ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Lumière-Lyon II. | ||||
| ISBN | 978 3 8030 4028 2 |
|---|---|
| Auflage | |
| Autor | Pierre Guichard |
| Erscheinungsdatum | 2005 |
| X | ||||
| Architektur als Repräsentation | ||||
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Im späten Mittelalter wandelte sich die Palastbaukunst zu repräsentativer Architektur und nahm vieles vorweg, was den späteren Palastbau der Renaissance definieren sollte. Entscheidend war vor allem ein sich wandelndes Hofzeremionell, in dessen Kontext Elemente der Architektur integriert werden sollten, während es bis dahin auf andere Bereiche wie zum Beispiel Kleidung oder Feste begrenzt war. Die schrittweise Einbeziehung der Architektur erfolgte zuerst am päpstlichen Hof in Avignon-ein Faktum, das von vielen Zeitgenossen diskutiert und kritisiert wurde. In Avignon bestanden und entstanden Probleme vor allem im Hinblick auf das Selbstverständnis des Papsttums, das sich als Führer der Christenheit und als weltliche Macht zu etablieren suchte. In diesem Kontext entwickelte sich eine neue Bauaufgabe, die mit der sukzessiven Veränderung des Papstpalastes einen ersten Anfang nahm. Anregungen gingen dabei nicht von den früheren päpstlichen Palästen wie dem Lateran oder anderen wichtigen Kulturzentren aus, sondern von der Peripherie. Dokumente und strukturelle Ähnlichkeiten der Bauten belegen vor allem das kleine, aber prosperierende Königreich Mallorca als wichtigen Impulsgeber, dessen Besitzungen bis nahe an Avignon heranreichten (Montpellier, Perpignan) und das über das erste europäische Hofzeremoniell sowie andere Elemente repräsentativer Hofhaltung verfügte. Eine Untersuchung der Bautätigkeit des KardinallegatenÄgidius Albornoz, der die Päpste im Kirchenstaat vertrat und in Spoleto, Bologna, Viterbo, Ancona, Montefiascone und an anderen Orten Paläste errichten ließ, zeigt, daß dies keine Festungen mehr waren, wie das bisher meist der Fall war, sondern eher Residenzen nach avignonesischem Vorbild. Die Ähnlichkeiten waren wegen des verschiedenen Umfeldes jedoch nicht formaler, sondern struktureller Art. Um dem neuen Zeremoniell gerecht werden zu können, übertrug man das gleiche Raumprogramm auf die verschiedenen Palastbauten, die trotz unterschiedlicher Realisierungen nun übereinstimmend die Architekturelemente beinhalteten, die fortan als repräsentativ gelten sollten. | ||||
| ISBN | 978 3 8030 0192 4 |
|---|---|
| Auflage | |
| Autor | Gottfried Kerscher |
| Erscheinungsdatum | 2000 |
| X | |||||
| Being Object. Being Art. | |||||
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Kulturen in ihrer Einzigartigkeit und Vielfalt zählen zum Reichtum dieser Welt – ebenso wie ihre materiellen Erzeugnisse. Dies spiegelt sich in den ethnographischen Sammlungen aus Afrika, Amerika, Südostasien, Ozeanien und Ostasien des Museums der Weltkulturen Frankfurt am Main wider. Von insgesamt etwa 67.000 Sammlungsobjekten werden 130 Werke mit herausragenden Fotografien vorgestellt. Aus der Fülle meist ähnlicher Objekte haben die Autoren nach individuell/subjektiven Gesichtspunkten besonders ausgefallene "Ethnographica", Gebrauchs- oder Ritualgegenstände aus indigenen Gesellschaften, ausgewählt. Die Objekte in diesem Band werden nicht nur in einem ethnologischen Kontext gedeutet, sondern zugleich als Kunstwerke beschrieben und interpretiert. Um das Augenmerk des westlichen Betrachters auf die künstlerischen Qualitäten von Ethnographica zu lenken, werden sie hier gezielt als Ergebnisse indigener Ästhetik und indigenen Kunstschaffens dargestellt. Zum besseren Verständnis eines jeden Kunstwerks fragen die Autoren danach, in welcher Umgebung ein Werk entstand und von welchen Ideen über Farbe, Form, Symmetrie, Balance etc. die Künstler geprägt waren. Es ist das gemeinsame Ziel, das Außerordentliche, das Elaborierte, das Andere, das Perfekte oder gerade nicht Perfekte, das Harmonische oder das Beunruhigende an ihnen zu präsentieren. Die Bedeutung eines Objekts ist jedoch durch seine ursprüngliche Herkunft und Bestimmung nicht unveränderlich festgelegt. Mit dem Wechsel von Betrachtern und Besitzern verändern sich auch die mit dem Gegenstand assoziierten Ideen und Gedanken. Daher lässt sich die Wirkung eines Kunstwerks immer nur in der Auseinandersetzung mit den ästhetischen Vorstellungen und dem Vorwissen seines jeweiligen Betrachters nachvollziehen. Hier treffen die unterschiedlichen ästhetischen Konzepte indigener und europäischer Gesellschaften aufeinander und führen zu Reaktionen, die im Idealfall zwischen beiden Sichtweisen vermitteln. "Being Object. Being Art. Meisterwerke aus den Sammlungen des Museums der Weltkulturen Frankfurt am Main" verdeutlicht ein zentrales Anliegen der Autoren im Hinblick auf die Präsentation außereuropäischer Kunst: Für sie kann die viel diskutierte Frage "Kunst oder Kontext" nicht mit einem apodiktischen "Entweder-Oder", sondern nur mit einem "Sowohl-als-Auch" beantwortet werden. | |||||
| ISBN | 978 3 8030 3336 9 |
|---|---|
| Auflage | 1 |
| Autor | |
| Erscheinungsdatum | 29. September 2009 |
| X | |||
| Being Object. Being Art. | |||
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Kulturen in ihrer Einzigartigkeit und Vielfalt zählen zum Reichtum dieser Welt – ebenso wie ihre materiellen Erzeugnisse. Dies spiegelt sich in den ethnographischen Sammlungen aus Afrika, Amerika, Südostasien, Ozeanien und Ostasien des Museums der Weltkulturen Frankfurt am Main wider. Von insgesamt etwa 67.000 Sammlungsobjekten werden 130 Werke mit herausragenden Fotografien vorgestellt. Aus der Fülle meist ähnlicher Objekte haben die Autoren nach individuell/subjektiven Gesichtspunkten besonders ausgefallene "Ethnographica", Gebrauchs- oder Ritualgegenstände aus indigenen Gesellschaften, ausgewählt. Die Objekte in diesem Band werden nicht nur in einem ethnologischen Kontext gedeutet, sondern zugleich als Kunstwerke beschrieben und interpretiert. Um das Augenmerk des westlichen Betrachters auf die künstlerischen Qualitäten von Ethnographica zu lenken, werden sie hier gezielt als Ergebnisse indigener Ästhetik und indigenen Kunstschaffens dargestellt. Zum besseren Verständnis eines jeden Kunstwerks fragen die Autoren danach, in welcher Umgebung ein Werk entstand und von welchen Ideen über Farbe, Form, Symmetrie, Balance etc. die Künstler geprägt waren. Es ist das gemeinsame Ziel, das Außerordentliche, das Elaborierte, das Andere, das Perfekte oder gerade nicht Perfekte, das Harmonische oder das Beunruhigende an ihnen zu präsentieren. Die Bedeutung eines Objekts ist jedoch durch seine ursprüngliche Herkunft und Bestimmung nicht unveränderlich festgelegt. Mit dem Wechsel von Betrachtern und Besitzern verändern sich auch die mit dem Gegenstand assoziierten Ideen und Gedanken. Daher lässt sich die Wirkung eines Kunstwerks immer nur in der Auseinandersetzung mit den ästhetischen Vorstellungen und dem Vorwissen seines jeweiligen Betrachters nachvollziehen. Hier treffen die unterschiedlichen ästhetischen Konzepte indigener und europäischer Gesellschaften aufeinander und führen zu Reaktionen, die im Idealfall zwischen beiden Sichtweisen vermitteln. "Being Object. Being Art. Meisterwerke aus den Sammlungen des Museums der Weltkulturen Frankfurt am Main" verdeutlicht ein zentrales Anliegen der Autoren im Hinblick auf die Präsentation außereuropäischer Kunst: Für sie kann die viel diskutierte Frage "Kunst oder Kontext" nicht mit einem apodiktischen "entweder – oder", sondern nur mit einem "sowohl – als auch" beantwortet werden. | |||
| ISBN | 978 3 8030 3338 3 |
|---|---|
| Auflage | 1 |
| Autor | |
| Erscheinungsdatum | Oktober 2009 |
| X | |||
| Benaki Museum. Bone Carvings from Egypt | |||
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| ISBN | 978 3 8030 1021 6 |
|---|---|
| Auflage | |
| Autor | Evangelia-Lila Marangou |
| Erscheinungsdatum | 1976 |
| X | ||||
| Botschaften | ||||
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Diplomatische Vertretungen haben im Gastland eine besondere Stellung. Sie werden durch ihre Architektur auch als Abbild - als Botschaft - des jeweiligen Landes wahrgenommen. Anhand von Aufsätzen namhafter Autoren sowie eines kommentierten Katalogteils, der durch Skizzen, zeitgenössische und aktuelle Fotos, sowie Architekturmodelle illustriert wird, zeichnet das Buch die oft schwierige Suche nach angemessener architektonischer Repräsentation Deutschlands in den vergangenen 50 Jahren nach. Die Botschaftsgebäude von Eiermann, Scharoun oder Ungers stehen exemplarisch für in Deutschland geführte Architekturdiskussionen. Thematisiert wird jedoch auch der Funktionswandel diplomatischer Vertretungen in einer immer stärker vernetzten Welt. Weltausstellungen wurden seit jeher zur Selbstdarstellung des Staates und als Gelegenheit des Technologietransfers genutzt. Die historische Entwicklung dieses Aspekts des Auslandsbaus wird bis zu den Ausstellungspavillons auf der Expo in Hannover verfolgt. Aus der Fülle der sonstigen Auslandbaumaßnahmen des Bundes gilt den Kultureinrichtungen in Italien besonderes Augenmerk. | ||||
| ISBN | 978 3 8030 0600 4 |
|---|---|
| Auflage | |
| Autor | |
| Erscheinungsdatum | 2000 |
| X | ||||
| Buddha Bildnisse aus Stein in Korea | ||||
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Im Mittelpunkt des Buches stehen steinerne Buddha-Bildnisse aus verschiedenen Epochen: von der Zeit der Drei Königreiche in Korea (57 v. Chr. - 608 n. Chr.) über diejenige des Groß-Silla-Reichs (676-935) und der Koryo-Dynastie (935-1392) bis zu den seltener werdenden Beispielen der Yi-Dynastie (1392-1910). 78 von ihnen werden in großartigen Fotos vorgestellt, die sie jeweils aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen, während die Autorin den künstlerischen Stil wie die religiöse Bedeutung der einzelnen Objekte aufschlüsselt. Wie in China oder Japan wurden auch in Korea Buddha-Bildnisse in den unterschiedlichsten Materialien gefertigt, doch wurde hier schon früh der Stein zum bevorzugten Darstellungsmittel. Die steinernen Bilder beziehen ihre Bedeutung auch aus der Tatsache, dass sie zumeist noch an ihrem Entstehungsort zu finden sind, also in ihrem Kontext, damit auch ihrem politischen und kulturellen Umfeld gesehen werden können. Die frühesten erhalten Steinbilder und -reliefs stammen aus der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts, wobei sich Qualität und Quantität im 7. Jahrhundert drastisch steigerten, was zur Blütezeit der koreanischen Steinmetzkunst im 8. Jahrhundert überleitete, einer Periode des Groß-Silla-Reichs, in der dank der Patronage der königlichen Familie und der Aristokratie zahllose Bildnisse sehr unterschiedlicher Ausdrucksformen gefertigt wurden. In der Koryo-Ära spielte der Buddhismus eine herausragende Rolle, was steinerne Buddha-Reliefs sehr populär machte; auch die über das Land verteilten Kolossalbildnisse künden von dieser Zeit. Die ablehnende Haltung der Yi-Dynastie gegenüber dem Buddhismus führte schließlich zu einem Niedergang der Kunstform. Die Autorin ist Professorin für Kunstgeschichte an der Duksung Women Universität in Seoul. | ||||
| ISBN | 978 3 8030 3313 0 |
|---|---|
| Auflage | 1 |
| Autor | Song-un Choe (Text), Chang-hun Ahn (Fotos) |
| Erscheinungsdatum | 2005 |
| X | ||||
| Call me ISTANBUL ist mein Name | ||||
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Hrsg.: Roger Conover, Eda Cufer, Peter Weibel Texte: Hans Belting, Hande Birkalan, Roger Conover, Fulya Erdemci, Kenneth Cragg, Deniz Kandiyoti, Çaglar Keyder, Bernd Nicolai, Raymond Lifchez, Peter Weibel Der eine Ausstellung im ZKM Karlsruhe begleitende Katalog bietet Gelegenheit, sich ein Bild von der Megastadt Istanbul zu machen – ein vielfältiges Bild, dessen Teile von türkischen Künstlern, Designern, Architekten, Schriftstellern, Musikern und Filmregisseuren entworfen werden. Sie zeigen, welch intensiven Dialog sie mit ihrer Stadt und deren urbaner Struktur führen, und ermöglichen die Begegnung mit einigen der Signale, die von dieser Megapolis ausgehen – einem Ort der Orte, der nie aufgehört hat, sich zu verändern. So wie Konstantinopel zu Istanbul wurde, wandeln sich hier Derwische zu Robotern, ein Minarett in einen Aufzug, Männer werden zu Frauen, Bauchtänzerinnen zu Computeranimationen, das nomadische Zelt zu einer technischen Metallkonstruktion und der fliegende Teppich zu einem erzählerischen Stilmittel. Dabei entsteht jedoch nicht nur ein Abbild des realen Istanbul, hier spiegeln sich urbane Visionen von interkulturellen Lösungen für die Konflikte europäischer Städte und Metropolen von morgen. Denn „Istanbul“ kann auch als durchlässige Membran zwischen Raum und Zeit gesehen werden, eine Art transparenter Folie zwischen der Stadt am Bosporus der Gegenwart und dem Europa der Zukunft – und als ein Vorbild für die zukünftigen Multi-Städte Europas, dessen Charakteristikum ein flexibles und vibrierendes System ist. Das Buch enthält darüber hinaus Beiträge von Experten zu spezifischen sozialen und urbanen, architektonischen und künstlerischen sowie sexuellen und religiösen Aspekten der türkischen Gesellschaft. Es erinnert auch daran, dass die Türkei zahlreichen jüdischen und nicht-jüdischen Wissenschaftlern und Künstlern aus Deutschland Asyl auf der Flucht vor den Nationalsozialisten bot. Hier konnten sie ihr Werk fortsetzen und hatten teil am Modernisierungsprozess des Landes. Man denke z. B. an die Architekten Bruno Taut und Martin Wagner oder an Hans Poelzig und andere Vertreter der deutschen Moderne. Die Kenntnis dieses Kompendiums sollte jeder Debatte um den EU-Beitritt der Türkei vorausgehen. Beteiligte Künstler/innen: Can Altay, Vahap Av5ar, Revan Barlas, Paolo Colombo und Michela Guberti, Ipek Duben, Cevdet Erek, Emre Erkal, Esra Ersen, Erik Göngrich, Genco Gülan, Halil Selçuk Guri5ik, Nicoline van Harskamp, Hüseyin Karagöz, Gülsün Karamustafa, Antal Lakner, Gérard Mermoz, Aydan Murtezaoglu, NOMAD, Füsun Onur, Anny und Sibel Öztürk, Oda Projesi, Fuat und Murat 7ahinler, Bülent 7angar, Sarkis, Sermin Sherif, Belmin Söylemez, Hale Tenger, Nazif Topçuoglu, Ertug Uçar und Statisticlal Workshop Team, xurban.net, Yogurt Technologies | ||||
| ISBN | 978 3 8030 0700 1 |
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| Auflage | |
| Autor | |
| Erscheinungsdatum | 2004 |
| X | ||||
| Dani Karavan | ||||
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Das Besondere der künstlerischen Arbeit von Dani Karavan (geb. 1930 in Tel Aviv) ist es, Stadt- und Landschaftsräume auf neue und bemerkenswerte Weise erfahrbar und erlebbar zu machen. Er geht bei dieser gestalterischen Verwandlung immer von der Geschichtlichkeit des Ortes aus und entwickelt mit seinen komplexen Zeichensetzungen vielfältige gesellschaftliche, historische und politische Bezüge, die dem Betrachter durch eine ungewohnte und ästhetisch höchst verdichtete Gestaltgebung bewusst werden. Aus den Potentialen der Erinnerung transformiert er neue sinnliche und kommunikative Erfahrungsräume. Eine entscheidende Rolle spielt in diesem Prozess ein intensiver Dialog zwischen Mensch, Natur und Kunst. Ausstellung und Katalog bieten einen umfassenden Überblick über Karavans Schaffen; beginnend mit einem Einblick in die künstlerischen Anfänge werden alle wichtigen Werkphasen und ihre bedeutenden Arbeiten vorgestellt, wobei seinen Hauptwerken, Karavans großen ortsspezifischen Environments im öffentlichen Raum, das besondere Augenmerk gilt. Das 1968 vollendete Negev Monument in Be´er Sheva in Erinnerung an den Unabhängigkeitskrieg Israels 1947/48 trug ihm erste internationale Anerkennung ein: ein machtvolles, tektonisches Skulpturengefüge, das in seiner archaischen Klarheit der streng geometrischen Formen zu einem beeindruckenden Signal der Behauptung in der kargen Wüstenlandschaft wurde. Ein weiteres herausragendes Beispiel dieser künstlerischen Arbeit ist die Walter Benjamin gewidmete Arbeit "Passages" (1990–1994) in Portbou an der spanisch-französischen Grenze, dem Ort, an dem sich Benjamin auf der Flucht vor den Nazis 1940 das Leben nahm. Der Besucher schreitet eine schmale Treppe herab, die in das felsige Hochufer eingelassen ist und scheinbar im Nichts endet. Der Blick – durch eine eingelassene Glasscheibe mit einem Ausspruch von Benjamin leicht verfremdet – ist auf das sich verändernde Meer gerichtet, das unmittelbar bewegtes Leben und endlose, ewige Weite gleichermaßen verkörpert. Die Realität wird zum Ort der Meditation. Dani Karavan, der heute in Paris und Tel Aviv lebt, hat seitdem seine Arbeiten in vielen Ländern realisiert, so in Israel, Italien, Frankreich, Dänemark, den Niederlanden, Spanien, den USA, Korea, Japan und gerade auch in Deutschland. Seit seiner Teilnahme an der documenta 6 in Kassel 1977 ist Deutschland für ihn zu einem der wichtigsten Orte seiner künstlerischen Arbeit geworden, denn hier entstand eine ganze Reihe bedeutender Werke für den öffentlichen Raum. Dazu gehören "Ma´alot" in Köln (1979–1986), die "Straße der Menschenrechte" (Way of Human Rights) in Nürnberg (1989–1993), "Mima´amakim" in Gelsenkirchen (1997) und "Grundgesetz 49" in Berlin (2002). | ||||
| ISBN | 978 3 8030 3325 3 |
|---|---|
| Auflage | 1 |
| Autor | |
| Erscheinungsdatum | 2008 |